LG Electronics baut auf seinem Yangjae-F&E-Campus in Seoul eine 33.000 Quadratmeter große „Robot Data Factory“, um physische Trainingsdaten für seine humanoiden Roboter zu generieren.
Die Anlage nimmt im Juli den vollen Betrieb auf. LG wird seinen zweiarmigen Humanoiden LG CLOiD einsetzen und die Zahl bis Jahresende auf mehrere Hundert Einheiten in der Anlage hochfahren. Das Unternehmen plant, bis 2030 Hunderte Milliarden Won in das Projekt zu investieren, wobei LG-Electronics-CEO Lyu Jae-cheol den Standort laut Seoul Economic Daily wöchentlich besucht, um den Fortschritt zu überwachen.
Das Zentrum fungiert als physische Simulationsumgebung. LG errichtet auf dem Campus nachgebildete Wohnräume und Produktionslinien für Haushaltsgeräte. Um die genauen Fabrikbedingungen abzubilden, importiert das Unternehmen Transportwagen aus seinem Produktionswerk in Tennessee. Die Roboter werden Aufgaben wie das Aufnehmen und Zusammensetzen von Objekten ausführen, um Verhaltensdaten aus der realen Welt zu generieren.
Die gesammelten Daten werden LGs Robot Foundation Model (RFM) trainieren. LG will aktuelle Hardwarebeschränkungen von Humanoiden, etwa langsame Bewegungsgeschwindigkeiten, durch physische Wiederholung in großem Maßstab beheben.
Warum es wichtig ist: Generative KI-Modelle stützen sich auf aus dem Internet gesammelten Text, doch physische KI erfordert tatsächliche Verhaltensdaten. Nach der Massenproduktion robotischer Aktuatoren im ersten Halbjahr baut LG eine kontrollierte Pipeline auf, um die proprietären physischen Daten zu generieren, die notwendig sind, damit zweiarmige Roboter in realen Wohnungen und Fabriken funktionsfähig werden.