Unitree Robotics hat ein Video seines humanoiden Roboters H1 veröffentlicht, der auf einer Leichtathletikbahn 10,1 Meter pro Sekunde erreicht, was das Unternehmen als neuen Weltrekord für den Sprint humanoider Roboter bezeichnet. Zum Vergleich: Usain Bolt erreichte bei seinem Weltrekord über 100 Meter der Männer von 9,58 Sekunden im Jahr 2009 durchschnittlich rund 10,44 m/s. Unitree räumte einen möglichen Messfehler bei der Geschwindigkeitsmessung ein.
Der H1 steht auf Beinen mit einer kombinierten Oberschenkel- und Wadenlänge von 0,8 Metern und wiegt etwa 62 Kilogramm – ungefähr vergleichbar mit einem durchschnittlichen Menschen. Unitrees YouTube-Video beschreibt den Roboter als jemanden, der eine „Laufgeschwindigkeit auf Weltmeisterniveau“ erreicht.
Wo der H1 im Feld einzuordnen ist
Der H1 ist nicht der einzige Humanoid, der sich diesen Geschwindigkeiten nähert. Im Februar 2026 stellte MirrorMe einen humanoiden Roboter in voller Größe namens Bolt vor – 175 Zentimeter groß, 75 Kilogramm schwer – der laut Global Times ebenfalls mit einer Spitzengeschwindigkeit von 10 Metern pro Sekunde angegeben wird.
Bei den World Humanoid Robot Games 2025 gewann der Tien Kung Ultra, entwickelt vom National and Local Co-built Embodied AI Robotics Innovation Center, den 100-Meter-Lauf in 21,50 Sekunden und schlug damit konkurrierende H1-Roboter. Derselbe Roboter absolvierte im April 2025 den weltweit ersten humanoiden Halbmarathon in etwa 2 Stunden und 40 Minuten.
Unitree hat angedeutet, dass humanoide Roboter laut Global Times bis Mitte 2026 die 10-Sekunden-Marke über 100 Meter durchbrechen könnten. Die gezeigte Demonstration ist ein kontrollierter Bahntest, kein autonomer Feldeinsatz.
Warum es wichtig ist
Die Fortbewegungsgeschwindigkeit war bislang eine harte Obergrenze dafür, wo humanoide Roboter sinnvoll eingesetzt werden können – Notfallhilfe, Logistik sowie Such- und Rettungsdienste erfordern allesamt Maschinen, die in dringenden Szenarien mit menschlichen Arbeitskräften Schritt halten oder sie überholen können. Ein Humanoid, der eine anhaltende Bewegung von 10 m/s schafft, verringert diese Lücke messbar, auch wenn Ausdauer, Geländetauglichkeit und Aufgabenleistung unter Last offene Fragen bleiben.